Dr. med. Fabian & Branislava Singbartl

Fachärzte für HNO-Heilkunde - Allergologie - Naturheilverfahren - Schlafmedizin - plastische Operationen

kindliche Polypen (Adenoide)

Was sind Polypen?

Es handelt sich bei den kindlichen Polypen um großgewachsene Rachenmandeln, auch Adenoide genannt. Es sind kleine Lymphdrüsen im Hals an der Rückseite des Nasen-Rachen-Raumes. Sie dienen im Kleinkindalter ähnlich den Mandeln der Keimabwehr. Sie haben jedoch nach dem Säuglingsalter ihre Aufgabe erfüllt.



Wann und warum sollte man Adenoide entfernen?

Manchmal werden die Rachenmandeln so groß, daß sie die Nase von hinten verschließen. Die Kinder können nicht mehr durch die Nase atmen und entwickeln eine näselnde Aussprache. Nachts zeigt sich durch die Mundatmung ein deutliches Schnarchen und mitunter entstehen Atemaussetzer während des Schlafes.

Zusätzlich können Adenoide zu Ohrproblemen führen, da sie die Verbindung zwischen Nase und Ohr, die sogenannte Ohrtrompete verschließen. Es bildet sich eine Belüftungsstörung mit Sekret im Mittelohr (siehe hierzu auch das Merkblatt "Tubenventilationsstörung") und eine deutliche Hörminderung resultiert. Diese kann sogar zu Sprachstörungen und Entwicklungsverzögerungen führen. Die Funktion der Ohrtrompete wird durch die Entfernung der Adenoide wiederhergestellt. Häufig werden zusätzlich kleine Trommelfellschnitte gesetzt um das eingedickte Sekret restlos zu entfernen.

Häufig verlaufen Infekte der oberen Atemwege nach Entfernung der Adenoide bei Ihrem Kind weniger intensiv, da sich ein Schnupfen nicht festsetzen kann.


Gibt es Alternativen zur chirurgischen Rachenmandelentfernung?

Mit zunehmendem Alter des Kindes schrumpft das adenoide Polster. Die Probleme lösen sich also langsam selbst. Wichtig ist, dass bis zu deren Schrumpfung kein bleibender Schaden (Entwicklungsstörung, bleibende Hörminderung) entstanden ist. Suchen Sie daher rechtzeitig einen HNO-Arzt auf.

Konservative Therapiealternativen wie kortisonhaltige Nasensprays oder wiederholte Antibiotikagaben haben allenfalls einen kurzzeitigen Effekt und sind daher nicht als sinnvolle Optionen zu werten und solchen Fällen vorbehalten bei denen eine Operation aufgrund anderweitigen Risiko nicht möglich ist.


Die chirururgische Rachenmandelentfernung (Adenotomie)

Die Operation wird im Rahmen eines ambulanten Eingriffs in Vollnarkose durchgeführt, dass heißt Sie können Ihr Kind nach der Operation wieder mit nach Hause nehmen. Sie können Ihr Kind in den Operationssaal begleiten und bei der Einleitung der Narkose beruhigend auf Ihr Kind einwirken. Wenn es eingeschlafen ist werden Sie in den Warteraum geführt. Die eigentliche Operation dauert nur etwa 15 Minuten. Das adenoide Polster im Nasenrachen wird schonend mit einem Ringmesser abgetragen und die Blutung gestillt. Gegebenfalls erfolgt dann die Einlage von Paukenröhrchen. Sie finden hierzu einen separaten Informationsteil und ein Merkblatt im Anhang. Nach der Ausleitung der Narkose die weitere 15 Minuten dauern kann wird Ihr Kind in den Aufwachraum verlegt und Sie können in der Aufwachphase wieder dabei sein.

Abschließend erfolgt eine Kontrolle durch den Operateur und die Entlassung.


Risiken und Nebenwirkungen

Die Rachenmandelentfernung (Adenotomie) ist eine sehr sichere Operation, aber jede Operation hat mögliche Komplikationen. Das Hauptririko besteht in einer Nachblutung, die in seltensten Fällen eine operative Blutstillung benötigt. Da es sich aber dennoch um eine potentiell lebensbedrohliche Komplikation handelt ist es sehr wichtig, dass Sie uns mitteilen, ob eine Blutgerinnungsstörung in der Familie bekannt ist.

Während der Operation besteht die Gefahr gelockerte oder wacklige Zähne abzubrechen. Bitte teilen Sie uns mit ob bei Ihrem Kind solche Zahnschäden vorliegen.


Was ist nach der Operation zu erwarten?

Manche Kinder klagen nach dem Aufwachen aus der Narkose über Übelkeit. Die Übelkeit läßt jedoch in der Regel sehr schnell nach.

Bei besonders großen Adenoiden können die Kinder nach der Operation eine nasale Ausprache haben. Dies läßt genauso über die nächsten Tage nach wie etwaiges Verschlucken durch die Nase.

Ebenso kann es durch die postoperative auftretende Schwellung zu einer Nasenatmungsbehinderung und dogar zu einer Verstärkung des Schnarchens kommen. Hier helfen abschwellende Nasentropfen für Kinder. Die Schwellung kann für 1 Woche anhalten.

Am Abend des Operationstages kann es zu leicht erhöhter Temperatur kommen. Bitte geben Sie rechtzeitig Fiebersaft. Bitte verzichten Sie auf Aspirin (ASS).