Dr. med. Fabian & Branislava Singbartl

Fachärzte für HNO-Heilkunde - Allergologie - Naturheilverfahren - Schlafmedizin - plastische Operationen

Abstehende Ohren

Was ist die Ursache für abstehende Ohren?

In der Regel wird unser Ohrmuschelrelief in der embryonalen Entwicklung im Mutterbauch durch Faltungen unseres Ohrknorpels bestimmt. Bleibt diese aus oder passiert unzureichend entsteht eine atypisch geformte Ohrmuschel. Dies kann eine oder beide Seiten betreffen. Häufig führt diese Fehlbildung insbesondere bei stark abstehenden Ohrmuscheln zu Hänseleien in Kindergarten und Schule und können so negativ zur Gesamtentwicklung Ihres Kindes beitragen.


Was für Korrekturmöglichkeiten bestehen?

Ein kleiner chirurgischer Eingriff reicht in der Regel aus, um den Abstand der Ohrmuschel zum Kopf zu verringern und die Ohren sozusagen anzulegen. Während dieses Eingriffs kann auch die Faltung der Ohrmuschel korrigiert werden, um ein möglichst natürliches Ergebnis zu erzielen.


Gibt es Einschränkungen?

Es sollte mindestens bis zum Alter von 5 Jahren abgewartet werden, da ab diesem Alter der Knorpel der Ohrmuschel ausreichend gereift ist um Nähte zu halten. Ziel der Operation ist die Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes, nicht Perfektion. Perfekte Symmetrie ist schwer zu erreichen und würde unnatürlich wirken. Häufig sind jedoch die beanstandeten Deformationen einfach und komplett zu beheben.


Wie verläuft die Operation?

Bei kleinen Kindern wird die Operation in der Regel Vollnarkose durchgeführt. Bei älteren Kindern und Erwachsenen kann jedoch auch ohne Probleme in lokaler Anästhesie mit Betäubung gearbeitet werden, wichtig ist nur, dass der Kopf für die Operationsdauer von etwa 2 Stunden ruhig gehalten wird. Der Ohrknorpel wird dann über einen kleinen Hautschnitt an der Rückseite der Ohrmuschel freigelegt. Überschüssiger Knorpel wird entfernt und durch Nähte dauerhaft in die richtige Position gebracht. Danach werden kleine Wundlaschen eingelegt um einen Bluterguss zu verhindern und die Wunde wird geschlossen. Danach wird ein umlaufender Kopfverband angelegt.


Wie geht es nach der Operation weiter?

Geringe Schmerzen in beiden Ohren sind nach diesem Eingriff normal. Hier helfen leichte Schmerzmittel, bitte kein Aspirin (ASS).  Am Tag nach der Operation kann die Lasche gezogen werden und es erfolgt ein Verbandswechsel. Dieser locker angelegte Verband kann für weitere 7 Tage bleiben. Dann werden die Fäden hinter der Ohrmuschel gezogen. Ab diesem Zeitpunkt sollte insbesondere nachts ein Stirnband getragen werden, welches über die gesamte Ohrmuschel reicht. Körperliche Belastung sollte für weitere 4 Wochen unterlassen werden. Bitte planen Sie einen etwa einen 1 wöchigen Krankheitsausfall in Arbeit oder Schule.


Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?

In der Regel verbleibt nur eine blasse kaum sichtbare Narbe an der Rückseite der Ohrmuschel. Nur selten zeigt sich eine überschießende Narbenbildung, insbesondere bei Asiaten oder Afroamerikanern. Selten kommt es zu Infektionen der Operationswunden. Sie zeigen sich an zunehmenden Schmerzen und werden mit Antibiotika behandelt. Sehr selten zeigt sich eine verstärkte Blutungsneigung. Bitte teilen Sie uns eine familiäre Blutungsneigung mit.