Dr. med. Fabian & Branislava Singbartl

Fachärzte für HNO-Heilkunde - Allergologie - Naturheilverfahren - Schlafmedizin - plastische Operationen

Schnarchen & Schlafstörung


Etwa 45% der gesunden erwachsenen Bevölkerung schnarchen zumindest gelegentlich, weitere 25% schnarchen regelmäßig. In der Regel sind eher Männer mit einer Neigung zum Übergewicht betroffen. Das Problem ist im Alter eher zunehmend.Schnarchen ist also eine Volkskrankheit.








Was verursacht Schnarchen?

Das laute Schnarchgeräusch entsteht, wenn der Abfluss der Atemluft durch Engstellen in Kehlkopf, Schlund und Rachen behindert ist. In der Regel sind jedoch mehrere Ursachen für das Schnarchen verantwortlich:

  • Schwache Muskelspannung in Zunge und Hals. Hierbei kommt es zu einem Kollaps von Zungengrund und Schlundmuskulatur. Verstärkt wird das Problem durch Alkoholgenuss oder Drogenkonsum. Es kann ebenfalls in Tiefschlafphasen auftreten.
  • Gewebeüberschuss im  Schlund und Rachenbereich. Besonders bei kleinen Kindern können adenoide Polster (Polypen) oder sehr große Mandeln zu schnarchen führen.
  • Gewebeüberschuss im Gaumenbereich und eine langes Zäpfchen. Hier kommt es zu Engstellen zwischen Nase und Rachenraum. Zusätzlich kann ein schlaffer Muskeltonus in diesem Bereich häufig ein sehr lautes Schnarchen verursachen.
  • Gewebeüberschuss im Bereich des Zungengrundes kann ebenso wie schlaffe Muskelspannung zu Schnarchen führen. Hier zeigen sich häufiger Atemaussetzer.
  • Nasenatmungsbehinderung aufgrund von Nasenscheidewandverkrümmung oder chronischer Nasennebenhöhlenentzündung führen zu verstärkter Mundatmung und damit zur Verstärkung eines bereits vorhandenen Schnarchgeräusches. Seltener ist dies jedoch mit Atemaussetzern vergesellschaftet.

Ist Schnarchen nur ein Schönheitsfehler oder ist es krankhaft?

Ein reines Schnarchgeräusch an sich ist noch keine Krankheit. Die betroffenen Lebensgefährten werden dies vielleicht anders sehen. Häufig führt Schnarchen jedoch auch zur Verminderung der Atemtiefe. Dies kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, da durch eine Absenkung des Sauerstoffgehaltes im Blut das Herz deutlich mehr Arbeit leisten muss. In diesem Fall liegt ein sogenanntes obstruktives Schlafapnoesyndrom vor. Hier handelt es sich nun um einen kranhaften Zustand mit einem deutlich erhöhten Herzinfarkt und Schlaganfallrisiko. Zusätzlich zu dem erhöhten Risiko ist der Schlaf nicht erholsam und die Patienten klagen über eine deutlich erhöhte Tagemüdigkeit. Kommt es bereits zu Sekundenschlaf im Straßenverkehr so ist dringend Handlungsbedarf angesagt.


Wie finde ich heraus ob ich unter einem obstruktiven Schlafapnoesyndrom leide?

Wenn ausgeprägte Tagesmüdigkeit vorliegt und Sie zum Beispiel einen ausgedehnten Mittagsschlaf benötigen um durch den Tag zu kommen, besteht die Möglichkeit, dass Sie an einem Schlafapnoesyndrom leiden. Berichtet Ihr Lebenspartner zusätzlich über laute Schnarchgeräusche mit teilweisem Aussetzen der Atmung, so ist dies ein weiterer ernstzunehmender Hinweis. In diesen Fällen sollten Sie einen HNO-Arzt mit der Zusatzqualifikation Schlafmedizin aufsuchen. Hier wird eine erste körperliche Untersuchung auf Engstellen  im Nasenrachen-, Schlund- oder Kehlkopfbereich durchgeführt. In der Regel erhalten Sie dann ein Polygrafie-Gerät. Dies ist ein kleiner Rekorder ähnlich einem 24-Stunden-EKG der die Atmung und Schnarchgeräusche über Nacht aufzeichnet. Zeigt sich eine krankhafte Häufung von Atemaussetzern so wird in einem nächsten Schritt eine Schlaflaboruntersuchung durchgeführt. Diese erfolgt in der Regel unter stationären Bedingungen.


Welche Behandlungsmöglichkeiten  gibt es für schnarchen und obstruktives Schlafapnoesyndrom?

Liegt ein einfaches Schnarchen ohne Krankheitswert vor, so reichen in der Regel kleinere Operationen am Weichgaumen und Zungengrund um zu einer deutlichen Verminderung der Lautstärke zu führen. Ebenso gibt es Aufbissschienen, die in der Nacht getragen werden und durch Vorschub des Unterkiefers zu einer Reduktion des Schnarchgeräusches führen. Bedenken Sie jedoch bitte, dass es sich in diesen Fällen um keine Krankheit, sondern um einen  Schönheitsfehler handelt. In diesen Fällen lehnen die Krankenkassen eine Kostenübernahme für eine entsprechende Therapie häufig ab.

Im Gegenzug dazu ist eine obstruktive Schlafapnoe eine Erkrankung, die unbehandelt zu schwerwiegenden Folgen haben kann. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Schlafapnoe. Lassen sich geringgradige Beschwerden noch ebenso einfach behandeln wie einfaches Schnarchen, so ist bei hochgradigen Beschwerden deutlich schwerer  Abhilfe zu schaffen. In vielen Fällen ist dann eine sogenannte CPAP-Maskentherapie notwendig.


Was  ist CPAP-Therapie?

Continuous Positive Airway Pressure-Therapie bezeichnet eine Maskenbeatmung mit einem erhöhten Druck. Hierbei wird über eine Atemmaske der gesamte obere Atemtrakt des Patienten ähnlich einem Fahrradschlauch aufgepumpt und kann nicht mehr kollabieren. Das Schnarchen und auch die Atemaussetzer sind unter dieser Behandlung mit sofortiger Wirkung abgestellt. Leider wirkt diese Therapie ähnlich einer Brille beim Kurzsichtigen nur, wenn Sie sie benutzen.


Gibt es eine Alternative zur Maskenbeatmung bei obstruktiver Schlafapnoe?

Viele Menschen, die unter obstruktiver Schlafapnoe leiden, lehnen keine dauerhafte Beatmungstherapie ab. Dies liegt zum einem daran, dass Sie die Therapie nicht vertragen, sei es nun wegen Druckstellen, oder beengendem Gefühl. Andere wiederum finden eine Maskenbeatmung umständlich und unattraktiv. In solchen Fällen kann möglicherweise eine Operation ein ähnlich gutes Ergebnis erzielen und Sie dauerhaft von Atemaussetzern und Maskenbeatmung befreien. Bitte sprechen Sie uns dahingehend an und wir werden Sie ausführlich über die Möglichkeiten einer solchen Therapie beraten.